Allgemein Landtagswahl 2011 SPD Sachsen-AnhaltJens Bullerjahn: Rede Mitgliederkonvent 19. Juni 2010 in Halle
Dienstag, 22. Juni 2010Anrede,
Wisst ihr, was mich heute richtig freut:
Wir haben gegenseitig Wort gehalten!!!
Ihr, weil Ihr in den letzten Monaten offen für Diskussionen wart.
Katrin, weil sie konsequent seit Dezember die Partei wieder aufgebaut und geführt hat. Danke dafür!
Ich will mich nicht ausnehmen, weil ich mit dem Kompass-Papier und mit vielen Gesprächen meine Zusage für Diskussionen eingehalten habe
Ich war in allen Kreis- und Stadtverbänden, in Ortsvereinen; bei den Jusos und AG60 plus sowie in ganz vielen Dialogforen!
Viele von Euch haben mitgemacht! Auch dafür meinen herzlichen Dank, liebe Genossinnen und Genossen.
Es gibt eine wichtige Erfahrung für mich aus den letzten Monaten, auch ganz persönlich:
In schwierigen Situationen darf man sich nicht abducken, nicht als Partei, nicht als Fraktion und auch nicht als einzelner Sozialdemokrat. Man muss offen reden, Entscheidungen treffen und dann zusammenstehen.
Und Genossinnen und Genossen, weil die Dinge so gut gelaufen sind, stehe ich hier und werbe um euer aller Vertrauen. Ich möchte, ich will mit Euch in den Wahlkampf ziehen.
Anrede,
natürlich könnte ich hier jetzt eine flammende Rede als Finanzminister halten, beispielsweise zum Personalentwicklungskonzept, oder darüber, dass wir in den Jahren 2007, 2008 und 2009 ohne neue Schulden ausgekommen sind.
Oder über die vorgestern in den Landtag eingebracht Schuldenbremse. Interessant wäre vielleicht auch das Thema Vorsorgeelemente, wie der Pensionsfonds, die Steuerschwankungsreserve oder die Zukunftsstiftung…..
….. oder Derivate…..
Aber, das ist heute nicht das Thema und bestimmt heute nicht gefragt.
Ich will auch keinen Ärger mit Katrin.
Lasst mich noch eines sagen:
Glaubt Ihr wirklich, dass ein Finanzminister nur rechnen kann?
Ich nehme für mich in Anspruch, einiges auch über den Finanzbereich hinaus bewegt zu haben und will in Zukunft noch mehr bewegen: Für das Land, die Menschen und auch für meine Partei!!
Finanzpolitik ist kein Selbstzweck, sondern soll Spielräume erhalten und zukünftige Entwicklung möglich machen:
Ich will den Haushalt sanieren, damit wir bei der Bildung weiter Fahrt aufnehmen können, in Forschung und Infrastruktur weiter investieren können. Nur wer spart, kann an den richtigen Stellen auch Geld ausgeben.
Mein Ziel ist ein starkes, ein soziales, und das heißt eben:
Ein handlungsfähiges Land Sachsen-Anhalt.
Wichtig: Auch ohne Schulden ist Politik möglich!!
Anrede,
derzeit geht es um viel in der Welt, in Europa, in Deutschland und auch in Sachsen-Anhalt. Wir leben in keinen einfachen Zeiten.
Viele Menschen machen sich Sorgen um ihre Zukunft und die Ihrer Kinder. Aber auch über politische Entwicklungen, an denen ihr Schicksal letztlich hängt!
Die Wirtschafts- und Finanzkrise hinterlässt ihre Spuren. Jetzt geht es im ersten Schritt vorrangig um Schadensbegrenzung. Im zweiten Schritt brauchen wir Maßnahmen, die dazu beitragen, dass derartige Krisen in der Zukunft ausgeschlossen sind.
Dafür brauchen wir jetzt koordiniertes, effektives Regierungshandeln.
Wir brauchen jetzt klare und wirksame Regeln für die Finanzmärkte.
Und wir müssen jetzt dafür sorgen, dass sich eine solche Krise nicht wiederholt.
Europa steht vor der entscheidenden Herausforderung: Gelingt es Europa 2020 umzusetzen, die große Idee, durch Bildung, Forschung, hohe Produktivität und Weiterentwicklung des Sozialstaates der Kontinent zu werden, der den internationalen Wettbewerb prägt.
Oder droht Europa auseinanderzufallen.
Anrede,
in dieser Situation ist eine derart chaotische und handlungsunfähige Bundesregierung für Deutschland ein großer Nachteil. Frankreich und andere europäische Staaten nutzen das immer wieder für ihre Interessen.
Und was tut diese Bundesregierung?
Sie verteilt Steuergeschenke und schnürt ein so genanntes Sparpaket, das vor allem eins ist: Unausgegoren und schreiend ungerecht.
Bei dieser Bundesregierung ist keine politischer Wille zur Regulierung der Finanzmärkte zu erkennen und auch kein Wille, den sozialen Zusammenhalt in diesem Land zu erhalten.
Ihr wisst, ich bin ja mit großen Sprüchen etwas zurückhaltender. Aber es ist wirklich nicht übertrieben zu sagen:
In der schwersten Krise seit 60 Jahren haben wir leider auch die schlechteste Bundesregierung seit 60 Jahren!
Denen kann man wirklich nur noch sagen: Hört einfach auf und lasst uns wieder dran.
Viele Menschen wünschen sich Steinmeier, Steinbrück und andere zurück. Was die aktuellen Umfragen von gestern ganz eindeutig zeigen: Die politische Auseinandersetzung lohnt sich.
Wir sind auf Bundesebene erstmals wieder vor der CDU! Übrigens hat die FDP 3%.
Dank auch Sigmar, der seit Dresden einen wirklich guten Job macht!!
Anrede,
was haben wir in den letzten Jahren in Sachsen-Anhalt angepackt und geschafft?
Sachsen-Anhalt ist ein so tolles Land , mit einer dynamischen Wirtschaft, mit gut ausgebauten Hochschulen, mit einem hervorragenden Kinderbetreuungsangebot, mit einem reichen kulturellen Erbe, mit einer gut entwickelten Infrastruktur in Stadt und Dorf, mit viel Potenzial für eine gute Entwicklung.
Wir haben viel erreicht und ich sage nicht ohne Stolz: Die sozialdemokratischen Kabinettsmitglieder und die Fraktion sind Motor dieser Landesregierung. Unsere Handschrift ist in dieser Regierung unverkennbar.
Da gerade wir aber zusätzliches Geld für Kindergärten, Schulen und Hochschulen dauerhaft brauchten, mussten wir in anderen Bereichen der Verwaltung Strukturen verändern.
Dazu gehörten die Neugliederung der Gerichtsstandorte, Vollzugsanstalten, die Konzentration der Finanzämter oder die Personalanpassungen in der Landesverwaltung. Angela hat das gut gemanagt, auch die Inbetriebnahme der JVA in Burg.
Aber auch die Strukturveränderungen bei der Polizei, die ich gemeinsam mit Holger umgesetzt habe. Mit den Mitteln des Konjunkturpakets II wird zunächst die Fachhochschule der Polizei in Aschersleben saniert. Im zweiten Schritt verdreifachen wir den Einstellungskorridor der Polizei ab 2014.
Ein gutes Beispiel dafür, dass wir immer ganzheitlich gedacht haben, auch in der Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften und auch in der Zusammenarbeit von Holger und mir!
Ja, das haben Sozialdemokraten gemacht.
Reden wir drüber!
Im kommunalen Bereich haben wir mit der Gemeindegebietsreform die Strukturveränderungen abgeschlossen.
Mit der Neuregelung des FAG wurden die Kommunalfinanzen auf eine neue Grundlage gestellt. Die Wirkungen des Gesetzes werden in der nächsten Legislaturperiode überprüft. Dabei soll auch die Stadt/Umland –Problematik nochmals diskutiert werden.
Beim Teilentschuldungsprogramm setzen wir rund 600 Million Euro ein und entschulden die Kommunen damit um 1,3 Milliarden Euro. Wir sind das einzige Land in Deutschland, in dem so etwas entwickelt wurde!
Das haben Sozialdemokraten gemacht! Holger, Rüdiger und ich. Reden wir drüber!!
Übrigens, ganz nebenbei: Zur Sanierung und Modernisierung, vor allem von Bildungseinrichtungen; fließen rund 2/3 der 475 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket in die Bildungseinrichtungen unseres Landes.
Dies wird gerade von Sozialdemokraten voran getrieben: Im Kita – Bereich durch Gerlinde und Norbert und durch die Steuerung in meinem Haus!
Reden wir drüber! Warum betone ich dies?
Weil auch wir öfter darüber reden sollten; was wir gutes in dieser Regierung tun, liebe Genossinnen und Genossen!
Anrede,
in die Wirtschaftskraft unseres Landes investieren wir über eine Milliarde Euro jährlich. Vieles ist gut gelaufen. Wir haben die wirtschaftsnahe Infrastruktur ausgebaut. Noch in jüngster Zeit werden fünf große Industriegebiete im Land entwickelt.
Übrigens: Ich habe noch die Diskussion um die Bildung von Clustern, um die Schwerpunktsetzung aus dem Jahr 2006 im Ohr. Na ja.
Mit dem Aufbau von Forschungszentren, wie dem Demenz-Zentrum in Magdeburg oder dem Chemisch-Biologischen Zentrum in Leuna, ist diese Diskussion überflüssig geworden! Wirtschaftsförderung wird immer mehr Forschungsförderung, und das ist gut so!
Für den Wirtschaftsbereich gilt: Wir müssen die geringer werdenden Mittel bündeln und sie auf Forschung und Entwicklung sowie Innovation konzentrieren.
Anrede,
trotz einer dynamischen Wirtschaftsentwicklung bleibt der weitere Abbau der Arbeitslosigkeit die größte politische und gesellschaftliche Herausforderung.
Wir brauchen mehr sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, aber auch weiterhin eine gezielte aktive Arbeitsmarktpolitik. Wir brauchen gute Arbeit.
Gute Arbeit heißt faire Löhne, von denen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ihre Familien leben können.
Mindestlöhne, Vergabegesetz, Entsendegesetz, Anwendung von Tarifverträgen; diese Stichpunkte stehen deswegen zu recht in unserem Programmentwurf.
Anrede,
die demografische Entwicklung bleibt das dringendste Problem unseres Landes. Wir können noch so viele Ortsumgehungen bauen oder unsere Innenstädte noch so sehr verschönern. Die Abwanderung werden wir damit nicht stoppen, geschweige denn den Trend umkehren.
Wir brauchen deshalb attraktive Lebens- und Arbeitsbedingungen , damit diejenigen, die hier leben im Land bleiben und wir über die Landesgrenzen hinaus für Menschen interessant werden, die zu uns kommen wollen – und zu uns kommen sollen.
In Zukunft werden die Menschen, gerade die jungen, immer mehr auf das Gehalt und ihre zukünftige Entwicklungsperspektiven schauen!
Deshalb keine Tarifunterscheidung mehr in Ost und West und Mindestlöhne.
Damit die Menschen hier bleiben; andere herkommen und die Unternehmen sich Fachkräfte sichern!
Anrede,
mit unserem Programm entwerfen wir dafür die richtigen Antworten.
Der Entwurf ist in einem offenen Prozess und unter Beteiligung vieler entstanden. Die heutige Vorstellung hier im Konvent ist nur ein Zwischenschritt. Jetzt geht es um eine breite Diskussion in der Partei, aber auch darüber hinaus.
Die SPD macht es sich als Programmpartei ja nie leicht. Und dafür liebe ich ja diese Partei. – Sie macht es sich nicht leicht, auch wenn es manchmal noch so wehtut.
Bildung – Forschung – Wirtschaft – Kinder und Familie – Stadt/Land, das sind die Schwerpunkte. Und da bin ich wieder beim Thema Attraktivität.
Was hilft den Menschen bei einem besseren Leben, dem Land als Ganzes?
Ich will nichts wiederholen, was Katrin hier schon gesagt hat und ich kann auch nicht auf alles eingehen.
Aber das Thema Bildung will ich doch besonders ansprechen:
denn hier gibt es einen Unterschied, aber auch Zusammenhänge zwischen Vision – Programm und der Umsetzung in den nächsten Jahren.
Ich bin viel im Land unterwegs gewesen. Habe zugehört und dabei unheimlich viel gelernt von denen, die täglich betreuen und bilden!
Der Bildungslebensweg schließt ja Kita – Schulen – Hochschulen – Volkshochschulen – Musikhochschulen ein. Also lebenslanges Lernen!
Was habe ich in den Kitas gehört?
Was soll anders werden?
Ganztagsbetreuung für alle inklusive Mittagessen, kleinere Gruppen Null bis Eins, Vorbereitungsstunden.
Dazu ein einfacheres Gesetz mit Pauschalen.
Über diese Punkte rede ich gerade mit Norbert.
Außerdem bin ich mit der Investitionsbank Sachsen-Anhalt und der Investitionsbank in Brüssel im Gespräch, um mit Mitteln der EU und der Europäischen Investitionsbank ein Programm zu entwickeln, das es und ermöglicht, alle Kindergärten und Schulen bis 2015, 2016 fertig zu sanieren. Mal sehen!
Ähnliches gilt für unsere Hochschulen, deswegen will ich darauf jetzt nicht mehr extra eingehen. Die Zielvereinbarungen sind gut gelungen!! Die sich daraus ergebenden Effekte sollen in den nächsten Jahren immer mehr dazu genutzt werden, um junge Leute aus Westdeutschland, aber auch aus ganz Europa ins Land zu locken, sie gut auszubilden und ans Land zu binden! Und dann müssen unsere Rahmenbedingungen stimmen, auch der Verdienst! Dann bin ich wieder bei unserer Attraktivität und da schließt sich dann auch unser konzeptioneller Kreis!
Ja, das Ziel ist: Mehr Bildung für alle! Bessere Arbeit für die Menschen! All diese Punkte sind auch Bestandteil von Europa 2020!
Anrede,
aber dafür ist viel Geld nötig! Wenn wir gemeinsam diese Vision von Bildung haben, dann kriegen wir das hin!
Aber man muss auch die Menschen davon überzeugen.
Man muss über die Jahre Prioritäten setzen. Man muss Stück für Stück das Geld dafür umschichten. Und irgendwann wird man auch über mehr Steuern reden müssen. Wir haben bei der Bildung das Ziel: 10% Ausgaben vom BIP.
Lasst uns also in den nächsten Monaten auch über die Finanzierung reden.
Denn wir wollen nur das ins Wahlprogramm schreiben, was wir in den nächsten Jahren auch wirklich umsetzen können!
Denn wir sind uns ja einig:
Für alle Maßnahmen, alle Konzepte und alle Vorhaben, die wir gemeinsam für notwendig und sinnvoll halten muss gelten: Einen Umsetzung ist nur ohne neue Schulden möglich.
Anrede,
mit dem Programmentwurf definieren wir uns selbst.
Die Menschen sollen sich entscheiden können zwischen den verschiedenen Parteien.
Sozialdemokraten wollen das Leben verändern und sich nicht mit bestehendem zufrieden geben! Auch deshalb bin ich im Oktober 1989 in die SPD eingetreten.
Die SPD mit ihrer fast 150 jähriger Geschichte ist die älteste und erfolgreichste Partei.
Die SPD hat eine Idee. Wir wollen einen starken Staat, der die Gesellschaft zusammenhält, der die Voraussetzungen für Chancengleichheit schafft und dem Einzelnen trotzdem freie Entfaltung ermöglicht.
Der diejenigen nicht fallen lässt, die soziale Unterstützung brauchen. Das ist unser Verständnis von Solidarität und sozialer Gerechtigkeit.
Die SPD ist die Partei, die linke Ziele und reale Möglichkeiten zusammenbringt. Da unterscheiden wir uns von weiten Teilen der Linken.
Deshalb habe ich mich, wie auch Katrin, gegen einen Ministerpräsidenten der Linken ausgesprochen.
Anrede,
Warum? Bei der Landtagswahl geht es auch für die SPD um viel.
Es entscheidet sich, welchen Weg die SPD geht.
Sind wir in Zukunft nur Mehrheitsbeschaffer für andere Parteien oder haben wir einen eigenen Gestaltungsanspruch?
Wer mich kennt, weiß: Für mich ist diese Frage längst beantwortet!
Mit Reinhard Höppner, Manfred Püchel, Gerlinde Kuppe, Rüdiger Fikentscher und anderen waren Ergebnisse von über 35% bei Wahlen möglich!!
Anrede,
wir wollen wieder so stark werden, dass andere darüber nachdenken müssen, was sich bei ihnen ändern muss, um mit uns zu regieren.
Deshalb gibt es vor den Wahlen keine Koalitionsaussage!
Darüber entscheidet nach den Wahlen ein Parteitag!
Die Chancen für einen Wahlsieg sind gut!
Liebe Genossinnen und Genossen, ich werde mit euch gemeinsam für diesen Wahlsieg kämpfen, mich abrackern.
Wie in den letzten Wochen und Monaten!
Ich will, dass wir selbstbewusster die Chance ergreifen, an uns glauben!
Ich will, dass wir die Wahlen gewinnen!
Ich will Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt werden!
Anrede,
dafür müssen wir bis zum Wahltag noch viel bewegen. Ja, wir müssen und können noch besser werden.
Sigmar Gabriel hat in Dresden gesagt, wir müssen dahin gehen, wo es stinkt. Das mache ich schon seit Monaten und führe viele Gespräche.
Die SPD war lange nicht mehr so präsent. Wir wissen wo die Menschen der „Schuh drückt“. Aber wir müssen auch offen eingestehen: Wir haben nicht auf alle Fragen eine Antwort.
Wir definiert uns nicht durch Abgrenzung oder Ableitung von anderen Parteien. Wir definiert uns selbst, entwickelt selbst, was linke Politik ist!
Die SPD muss deshalb ständig Politikwerkstatt für gesellschaftlichen Fortschritt sein.
Übrigens kontinuierlich auch nach der LTW 2011!
Wir müssen langfristig denken, wenn wir als Sozialdemokratie wieder zu unserer alten Stärke zurückfinden wollen.
Unser Ziel muss es sein, bis zum Jahr 2020 unsere kommunale Basis so zu verbreitern, dass die SPD wieder zur bestimmenden politischen Kraft in Sachsen-Anhalt wird.
Wir müssen den Menschen aber auch klar machen, dass Demokratie vom Mitmachen lebt.
Es kann nicht funktionieren, wenn sich ein Prozent politisch engagiert und 99 Prozent in der Zuschauerloge sitzen und Haltungsnoten verteilen.
Anrede,
mein Ziel ist es, die noch laufende Legislaturperiode als verlässlicher Koalitionspartner zu beenden.
Einerseits weil ich glaube, dass die Menschen das von uns erwarten, gerade in der Krise.
Andererseits wird Verlässlichkeit honoriert.
Die Zusammenarbeit mit Prof. Böhmer will ich zu Ende bringen, egal, was andere in der CDU mir manchmal zumuten.
Verwechsele bitte niemand meinen sehr persönlichen Umgang mit dem MP mit Blindheit gegen die eigentlichen Interessen vieler in der CDU.
Ich persönlich bin davon überzeugt, dass diese verlässliche Art von uns Beiden vor allem dem Land und seinen Menschen geholfen hat. Und ich glaube auch nicht daran, dass dies für die SPD von Schaden ist.
Anrede,
wenn jetzt gleich über den Spitzenkandidaten entschieden wird, dann wird es dazu eine geheime Abstimmung geben.
Ich habe den Landesvorstand darum gebeten und bedanke mich ausdrücklich, dass meine Bitte berücksichtigt wurde.
Bei einem geheimen Votum kann jede und jeder unabhängig entscheiden. Wir haben viel vor uns, dass geht nur zusammen!
Ich will ein ehrliches Ergebnis.
Anrede,
was soll ich noch von mir erzählen, ihr sollt ja schließlich auch über die Person abstimmen?
Von der Biographie her sozialdemokratisches Vorzeigeprofil. Vater Bergmann und Mutter Erzieherin.
4 Brüder, also hieß es sich durchbeißen
Nach Schule, Elektromonteur, Seefahrt dann Elektroingenieur.
Bis zur Wende im Mansfeld-Kombinat als Prozessingenieur. Daher auch meine Vorliebe für Zahlen, Diagramme und komplexe Sachverhalte. Geplant war ein weiteres Studium für IT in Dresden.
In der Wende eher durch Zufall 89 in die Politik.
Seit dem aber aus tiefster Überzeugung und vollem Elan. Meine Frau Kerstin und meine Söhne Toni und Andre schütteln darüber auch öfters den Kopf, haben mich aber immer unterstützt. Dafür ausdrücklichen Dank. Vom gelegentlichen Motorrad, Garten, Skat und Schwatz mit guten Freunden, Hermann Hesse, Pink Floyd bis AC/DC reicht der Ausgleich zur Finanzpolitik.
Viele von Euch kennen mich seit vielen Jahren.
Ich konnte gestalten in Partei und aktiver Politik. Ich erlebe Politik auch aktiv, bekenne mich ausdrücklich zu persönlichen Veränderungen. Ich will nicht stehen bleiben. Kalkuliere Fehler ein, weil ich viel zu entscheiden habe. Aber dies wollte ich immer und stelle mich auch dieser Verantwortung. Wir haben doch zusammen bei der Gestaltung unseres Landes soviel erreicht! Ich jedenfalls habe euch, dieser SPD in Sachsen-Anhalt auch viel zu verdanken.
Diesen Dank ausdrücklich auch jenen, die mit oder unter mir im Ministerium schwitzen. Liest man so, stimmt aber auch.
Es gibt aber auch viel zu tun!
Anrede,
wir sind gut vorbereitet.
Wir haben ein Programmentwurf, der in den kommenden Wochen und Monaten diskutiert werden soll. Wir haben uns als Landesverband stabilisiert.
Jetzt geht es darum, zusätzliches Selbstbewusstsein zu entwickeln und offensiv die inhaltliche Auseinandersetzung zu führen.
Lasst uns überall im Land Flagge zeigen!
Lasst uns einen tollen Wahlkampf machen! Auch mal dabei lächeln!
Lasst uns auf unsere Stärken besinnen!
Lasst uns gleiche Chancen für alle Kinder schaffen!
Lasst uns für ein solidarisches Miteinander eintreten! Für Löhne, von denen die Menschen selbst bestimmt leben können!
Lasst uns wieder die bestimmende politische Kraft in unserem Land werden!
Ich bin dabei!!
(Es gilt das gesprochene Wort!)


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